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Schweißpositionierer

So wählen Sie einen Schweißpositionierer aus: Last, Schwerpunkt und Kippwinkel

Die vier Zahlen, die entscheiden, welcher Positionierer zu Ihrem Schweißteil passt, wie Sie sie aus der Zeichnung ablesen und welche Fehler am meisten kosten.

So wählen Sie einen Schweißpositionierer aus: Last, Schwerpunkt und Kippwinkel

Ein Schweißpositionierer wird aus einem einzigen Grund gekauft: Er soll das Schweißteil so drehen, dass jede Naht in Wannenlage oder in horizontaler Position geschweißt wird. Die Auswahl hängt an vier Zahlen, die Sie aus der Zeichnung Ihres schwersten Teils ablesen können. Stimmen sie, erfüllt fast jedes Modell aus dem Sortiment zwanzig Jahre lang seine Aufgabe; liegt eine davon daneben, ist die Maschine entweder überdimensioniert und teuer oder unterdimensioniert und unsicher.

Erstens: die Masse des Schweißteils einschließlich Spannvorrichtung

Die angegebene Tragfähigkeit gilt für die gesamte Last auf der Planscheibe: das Teil, die Spannvorrichtung, etwaige Gegengewichte und die Adapterplatte. Ein 1 200 kg schwerer Rahmen mit einer 250 kg schweren Spannvorrichtung ergibt eine Last von 1 450 kg. Rechnen Sie eine Reserve für das nächste, schwerere Produkt ein, von dem Sie schon wissen, dass es kommt; Positionierer werden selten ersetzt, weil sie alt geworden sind, aber oft, weil die Teile gewachsen sind.

Zweitens: die Lage des Schwerpunkts

Jede Tragfähigkeitsangabe gilt für einen bestimmten Abstand des Schwerpunkts von der Planscheibe (Schwerpunktabstand) und von der Drehachse (Exzentrizität). Die Hersteller veröffentlichen das als Lastdiagramm: Je weiter sich der Schwerpunkt von der Planscheibe entfernt, desto weniger Masse darf die Maschine tragen, denn das Kippmoment auf Lager und Antrieb wächst linear mit dem Abstand.

  • Schwerpunktabstand: Abstand zwischen Planscheibe und Schwerpunkt, entlang der Drehachse.
  • Exzentrizität: Abstand zwischen Drehachse und Schwerpunkt, quer zur Achse.
  • Kippmoment: Masse × Schwerpunktabstand. Auf diesen Wert sind Drehkranz und Kippantrieb ausgelegt.
  • Drehmoment: Masse × Exzentrizität. Das muss der Drehantrieb überwinden, wenn das Teil außermittig sitzt.

Ist Ihr Teil lang und an einem Ende gespannt, bestimmt der Schwerpunktabstand die Maschine, nicht die Masse. Ein 600 kg schwerer Träger, der 900 mm von der Planscheibe entfernt gehalten wird, kann einen größeren Positionierer brauchen als ein kompakter Block mit 1 500 kg.

Drittens: der Kippwinkel, den Sie wirklich brauchen

Die meisten Nähte erreichen Sie mit einem Kippwinkel im Bereich 0 – 90°. Mit einem Positionierer, der bis 135° kippt, schweißen Sie die Unterseite eines Teils, ohne es umzuspannen, was bei geschlossenen Rahmen und Kästen wichtig ist. Fragen Sie nach dem Winkel, bei dem der Schweißer die letzte Naht in Wannenlage erreicht, nicht nach dem größten Winkel im Katalog.

Viertens: manuelles Schweißen oder Roboterschweißen

Einen manuellen Positionierer bedient der Schweißer mit einem Handbediengerät oder einem Fußschalter: Dreh- und Kippgeschwindigkeit sind auf einen Menschen ausgelegt, der neben dem Teil arbeitet. Ein Roboter-Positionierer ist eine Achse der Schweißzelle: Er braucht einen Servoantrieb, einen Drehgeber und eine Schnittstelle zur Robotersteuerung, und die Planscheibe muss ihre Position auf Bruchteile eines Millimeters genau wiederholen. Der mechanische Unterbau kann gleich aussehen; bei Antrieb und Elektrik sind es zwei verschiedene Maschinen.

Was Sie uns für ein Angebot schicken sollten

  1. Die Zeichnung oder ein Foto des schwersten und des längsten Teils, mit Angabe der Masse.
  2. Wie das Teil heute gespannt wird und wie weit der Schwerpunkt von der Aufspannfläche entfernt liegt.
  3. Ob von Hand oder mit einem Roboter geschweißt wird, und welche Robotersteuerung.
  4. Der Boden: ob eine Verankerung möglich ist, und der Platz rund um die Maschine.

Mit diesen vier Antworten kann Ihnen ein Ingenieur Modell und Spannvorrichtung in einer einzigen Rückmeldung nennen. Dafür gibt es das Anfrageformular auf dieser Website.

Fragen und Antworten

Schließt die Tragfähigkeit die Spannvorrichtung ein?

Ja. Die Tragfähigkeit bezieht sich auf die gesamte Last auf der Planscheibe: Teil, Spannvorrichtung, Adapterplatte und Gegengewichte. Legen Sie den Positionierer auf die Summe aus.

Was ist, wenn mein Teil leicht, aber sehr lang ist?

Dann entscheidet der Schwerpunktabstand. Multiplizieren Sie die Masse mit dem Abstand des Schwerpunkts von der Planscheibe und vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Kippmoment im Lastdiagramm, nicht mit der bloßen Tragfähigkeit.

Lässt sich ein manueller Positionierer später mit einem Roboter nutzen?

Meist nicht ohne Austausch von Antrieben und Steuerung. Ein Roboter-Positionierer braucht Servoantriebe und eine Schnittstelle zur Robotersteuerung. Entscheiden Sie das deshalb vor der Bestellung.